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Die Verfassung der Jakobiner von 1793 und ihr historischer Kontext / Andreas Heyer

von Heyer, Andreas.
Materialtyp: materialTypeLabelBuchReihen: Staatsverständnisse 131.Verlag: Baden-Baden: Nomos Verl., 2019Beschreibung: 313 S.ISBN: 9783848754168.Schlagwörter: Staat | Demokratie | Menschenrechte | FrankreichOnline-Ressourcen: Inhaltsangabe | Inhaltsverzeichnis Zusammenfassung: Am 10. August 1793 beging die französische Nation in einem gigantischen Festumzug die Annahme der Verfassung durch das Volk. Die Verfassung von 1793 war nicht nur der Versuch, den damaligen Stand und die Errungenschaften der Revolution zu kodifizieren, in eine feste und grundlegende Form zu gießen, ein Fundament zu schaffen, auf dem weitergebaut werden könne. Sie war auch Reaktion auf ihre damalige Gegenwart, auf die Krisen und Katastrophen, auf den von der Bourgeoisie (die Gironde) angezettelt inneren und äußeren Krieg samt den dazugehörigen kapitalistischen Geschenken an die Armen und Entrechteten: Hunger, Not, Elend, Verzweiflung. Nicht zuletzt war die Verfassung Ergebnis zahlreicher Debatten und Diskussionen, vor allem aber auch vielgestaltiger Kompromiss. Die demokratischen und emanzipatorischen Ideen der Verfassung der Jakobiner von 1793 wurden bis heute in keiner konstituierten Gesellschaft jemals wieder erreicht bzw. umgesetzt. Werden die Jakobiner um Robespierre auch deswegen zumeist verteufelt und auf ihren vermeintlichen Terror reduziert, um die Erinnerung an ihre politischen Visionen und ihr humanistisches Erbe zu diskreditieren?Zusammenfassung: On 10 August 1793, the French nation celebrated the adoption of the Constitution by the people in a gigantic procession. The Constitution of 1793 was not only an attempt to codify the status quo and the achievements of the Revolution, to cast it into a solid and fundamental form, to create a foundation on which to continue developing. It was also a reaction to the present, to the crises and catastrophes, to the internal and external war instigated by the bourgeoisie (the Gironde) and to the capitalist gifts bestowed on the poor and disenfranchised: hunger, need, misery and despair. Last but not least, the Constitution was the result of numerous debates and discussions, but above all of a multifaceted compromise. The democratic and emancipatory ideas of the Jacobin Constitution of 1793 have never again been achieved or implemented in any constituent society. Is this one of the reasons why the Jacobins around Robespierre are mostly demonised and reduced to the terror they supposedly created, in order to discredit the memory of their political visions and their humanist heritage?
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Europäische Geschichte / Frankreich / Benelux A322 2019-0001 (Browse shelf) Available 20 A 0284
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A322 2015-0001 Der jüdische Mai '68 : A322 2019-0001 Die Verfassung der Jakobiner von 1793 und ihr historischer Kontext /

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Am 10. August 1793 beging die französische Nation in einem gigantischen Festumzug die Annahme der Verfassung durch das Volk. Die Verfassung von 1793 war nicht nur der Versuch, den damaligen Stand und die Errungenschaften der Revolution zu kodifizieren, in eine feste und grundlegende Form zu gießen, ein Fundament zu schaffen, auf dem weitergebaut werden könne. Sie war auch Reaktion auf ihre damalige Gegenwart, auf die Krisen und Katastrophen, auf den von der Bourgeoisie (die Gironde) angezettelt inneren und äußeren Krieg samt den dazugehörigen kapitalistischen Geschenken an die Armen und Entrechteten: Hunger, Not, Elend, Verzweiflung. Nicht zuletzt war die Verfassung Ergebnis zahlreicher Debatten und Diskussionen, vor allem aber auch vielgestaltiger Kompromiss. Die demokratischen und emanzipatorischen Ideen der Verfassung der Jakobiner von 1793 wurden bis heute in keiner konstituierten Gesellschaft jemals wieder erreicht bzw. umgesetzt. Werden die Jakobiner um Robespierre auch deswegen zumeist verteufelt und auf ihren vermeintlichen Terror reduziert, um die Erinnerung an ihre politischen Visionen und ihr humanistisches Erbe zu diskreditieren?

On 10 August 1793, the French nation celebrated the adoption of the Constitution by the people in a gigantic procession. The Constitution of 1793 was not only an attempt to codify the status quo and the achievements of the Revolution, to cast it into a solid and fundamental form, to create a foundation on which to continue developing. It was also a reaction to the present, to the crises and catastrophes, to the internal and external war instigated by the bourgeoisie (the Gironde) and to the capitalist gifts bestowed on the poor and disenfranchised: hunger, need, misery and despair. Last but not least, the Constitution was the result of numerous debates and discussions, but above all of a multifaceted compromise. The democratic and emancipatory ideas of the Jacobin Constitution of 1793 have never again been achieved or implemented in any constituent society. Is this one of the reasons why the Jacobins around Robespierre are mostly demonised and reduced to the terror they supposedly created, in order to discredit the memory of their political visions and their humanist heritage?

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